Checkliste Arztbesuch

Das kennt jeder: Im Wartezimmer weißt Du sie noch, die Fragen, die Du Deinem Arzt oder Deiner Ärztin stellen willst. Dann wirst Du ins Behandlungszimmer gerufen, Ihr redet ein bisschen und – schwupps – ist der Termin vorbei. Und? Hast Du die Fragen angebracht, die Du stellen wolltest? Hast Du alles verstanden, was Deine Ärztin bzw. Dein Arzt Dir gesagt hat? Wenn Du das Gefühl kennst, nach dem Arzttermin nicht schlauer zu sein als vorher, ärgere Dich nicht. Das geht vielen so – im Folgenden findest Du Tipps, mit denen es vielleicht besser klappen kann.

Auf die Frage „Wie geht es Ihnen?“ mit einem schlichten „Gut!“ zu antworten, mag vielleicht höflich sein, aber bist Du deshalb zum Arzt gegangen? Überleg Dir vielleicht schon vorher, was der Arzt wissen sollte. Je mehr der Arzt weiß, desto besser kann er Dir helfen und Dich unterstützen.

Wenn Du erst seit kurzem weißt, dass Du positiv bist, wirst Du an Deinen Arzt sicher andere Fragen haben, als wenn Dir Deine Infektion schon länger bekannt ist. Und wenn Du sogar schon in medikamentöser Behandlung bist, beschäftigen Dich vielleicht ganz andere Fragen wie: Wie oft muss ich zu Kontrolluntersuchungen kommen? Wieso muss ich meine Medikamente jeden Tag zur gleichen Zeit einnehmen? Wichtig ist in jedem Falle neben der fachlichen Kompetenz Deines Arztes auch die persönliche „Chemie“ zwischen Euch. Besonders bei persönlichen Fragen wie z.B. zur Sexualität und zum Umgang mit Deinem Partner oder Partnerin ist ein Vertrauensverhältnis von Bedeutung. Sprich auch mit Deinem Arzt offen über Deine Ängste und generellen Unklarheiten zum Thema „Leben mit HIV“. Nimm Dir also ruhig die Zeit, den für Dich richtigen Arzt oder die richtige Ärztin zu finden, damit Du wirklich über alle Deine Fragen offen sprechen kannst.

Wir haben eine Auswahl mit Themen zusammengestellt, die Dir bei der Vorbereitung auf den Arztbesuch helfen kann.

Wenn es Dein erster Besuch bei diesem Arzt oder der Ärztin ist, informiere ihn/sie insbesondere über Folgendes:

  • Wurden bei dir andere Krankheiten wie z.B. Diabetes, Rheuma oder Bluthochdruck festgestellt?
  • Nimmst Du regelmäßig Medikamente ein? Wenn ja, solltest Du Packungen und Beipackzettel zum Arztgespräch mitnehmen.
  • Nimmst Du darüber hinaus gelegentlich noch andere Präparate, wie z. B. Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Präparate ein?
  • Wie sieht es bei Dir mit Rauchen, Alkoholkonsum oder Drogengebrauch aus? Es ist wichtig, auch bei schwierigen Fragen wie zum Beispiel der täglichen Menge Alkohol ehrlich zu sein. Nur so kann Dein Arzt die für Dich richtige Behandlung finden.
  • Wie ist Dein Impfstatus? Nimm am besten Deinen Impfausweis mit.
  • Vergiss natürlich Deine Versichertenkarte nicht.

Moderne Medikamente mit guter Verträglichkeit ermöglichen heute einen frühen Therapiestart, der dazu beiträgt, die HIV-Infektion frühzeitig zu kontrollieren.

Ein Therapiebeginn wird von vielen Menschen mit HIV als wichtiger Lebenseinschnitt angesehen. Sicher hast Du dazu viele Fragen, die Du mit Deinem Arzt auch vorher schon besprechen möchtest, wie vielleicht diese:

  • Woraus besteht eine HIV-Therapie? Was machen die Medikamente in meinem Körper?
  • Was muss ich bei der Einnahme der Medikamente beachten? Muss ich sie auf nüchternen Magen oder zum Essen nehmen? Welcher Zeitpunkt ist der für mich passende? Morgens? Abends?
  • Wie bewahre ich die Medikamente auf?
  • Welche Nebenwirkungen können diese Medikamente haben? Was kann ich dagegen tun oder gehen die vielleicht sogar von alleine wieder weg?
  • Wie verhalten sich die HIV-Medikamente zusammen mit dem, was ich sonst noch einnehme oder anwende, seien es andere Medikamente, Alkohol oder Drogen?
  • Was passiert in meinem Körper, wenn ich die Tabletteneinnahme einmal vergesse? Was tue ich dann?
  • Ab wann oder wie merke ich, dass die Therapie funktioniert, und kann ich das überhaupt selbst merken oder zeigt sich das nur in der Untersuchung beim Arzt?
  • Muss ich die Medikamente nun ein Leben lang nehmen?
  • Wie hoch ist das Risiko, die HIV-Infektion auf andere zu übertragen? Wie kann ich dieses Risiko vermindern, ja vermeiden?
  • Kann es sein, dass die Medikamente bei mir nicht wirken? Gibt es Alternativen für mich?
  • Wie oft muss ich zu Kontrolluntersuchungen zum Arzt gehen, um den Erfolg der Therapie überprüfen zu lassen?
Frau macht sich Gedanken zum Therapiestart

Du nimmst seit einiger Zeit Medikamente gegen Deine HIV-Infektion und brauchst vielleicht noch ein bisschen mehr „Routine“ im Umgang damit oder mit der Infektion unter „laufender“ Therapie. Sprich Deinen Arzt auf alles an, was Dir im Zusammenhang damit einfällt. Mögliche Themen könnten sein:

  • Wie geht es Dir heute, und wie hat sich Dein Wohlbefinden seit Deinem letzten Arztbesuch verändert?
  • Hast Du aktuelle körperliche Beschwerden?
  • Wie geht es Dir persönlich?
  • Stellst Du Veränderungen Deiner Leistungsfähigkeit fest?
  • Schläfst Du so gut wie immer oder hast Du Schlafstörungen?
  • Nimmst Du sonstige körperliche Veränderungen an Dir wahr?

Dein Arzt/Deine Ärztin wird über alle Fragen mit Dir sprechen. Je offener Du mit ihm/ihr bist, umso besser wird er/sie Dich beraten und auch auf Deine Sorgen eigehen können.

Bereite Dich also am besten auf das Arztgespräch mit Deinen Fragen vor. Der knappe Selbsttest kann als Anhaltspunkt helfen, damit Du alle Informationen bekommst, die Du brauchst.

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