Kann ich mit HIV Sport treiben? Ja, klar!

Du fühlst Dich fit, spürst Tatendrang und hast eigentlich immer schon gerne Sport gemacht. Was könnte Dich davon abhalten, es auch weiter zu tun? Eigentlich gar nichts – außer faule Ausreden, vielleicht 😉

Zuallererst sollten und müssen Menschen mit HIV auf Besonderheiten achten, was ihre Ernährung angeht – diese kannst Du ausführlich bei HIV & Ernährung nachlesen. Bewegung ist aber ebenso wichtig: Du kannst Durch regelmäßigen Sport auch dazu beitragen, Dich gesund zu erhalten und Nebenwirkungen einer langfristigen Therapie zu managen.

Tipp: Sport macht nicht nur fitter, sondern sorgt auch für ein gutes Körpergefühl.

Menschen mit HIV, die erfolgreich therapiert werden, können dabei inzwischen jede Sportart ausüben – von Yoga bis zum Marathon – allerdings muss man hierbei einiges beachten. Mit HIV hast Du eine niedrigere Belastungsgrenze. Du bist meist schneller erschöpft als Sportler ohne HIV und Deine Regenerationsphasen sind länger.

Tipp: Du musst Deine Trainingseinheiten diesen Erfordernissen anpassen, Dich gut vorbereiten und dafür sorgen, Deine sportliche Leistung Deinem Gesundheitszustand anzupassen, nicht umgekehrt. Unter diesen Bedingungen kannst Du mit HIV Yoga machen, aber auch Leistungssport treiben.

Du kannst jede Sportart betreiben, es gibt allerdings Sportarten, die sich besser eignen als andere, weil die Belastungsgrenzen von Menschen mit HIV oft niedriger sind. Dazu kommt: Menschen mit HIV in Deutschland werden immer älter. Das Ziel ist deshalb, dass Du auch mit 60 oder 70 noch in der Lage bist, regelmäßig Sport zu treiben, weil Du so Dein Herz-Kreislauf-System stärkst, Erkältungen entgegenwirken kannst und sowohl Knochenapparat als auch Muskulatur fit hältst.

Antworten auf sechs wichtige Fragen zu HIV und Sport

Ja, kannst Du. Training an Geräten und mit Freihanteln kann gezielt auf Dich und Deinen Körper abgestimmt werden und ist in jedem Alter machbar. Zwischen den Trainingseinheiten immer mindestens einen Tag Pause lassen und sich realistische Ziele setzen. Gut Ding will auch hier Weile haben.

Sport im Fitnessstudio trotz HIV

Absolut. Schwimmen ist auch für Menschen mit HIV geeignet, die nicht so belastbar sind, weil man mit geringer Anstrengung schon einen positiven aerobischen Effekt für den ganzen Körper erreichen kann.

Vielleicht erinnerst Du Dich daran, dass Anne Momper, die Frau des ehemaligen Bürgermeisters von Berlin, Walter Momper, schon 1990 zusammen mit HIV-Positiven schwimmen gegangen ist? Sie hat so den Bademeistern des Stadtbades Charlottenburg gezeigt, dass sie keine Angst vor ihren HIV-positiven Gästen haben mussten.
Daraufhin gründete sich die Schwimmgruppe der Berliner AIDS-Hilfe „Positeidon“.

Schwimmen ist auch für HIV-Postive gut

Nein. Aber Durch regelmäßiges Joggen, Gehen oder Nordic Walking verbesserst Du in jedem Fall Deine Ausdauer, stärkst Dein Immunsystem und machst Dich fitter gegen Erkältungskrankheiten. Aber bitte nicht übertreiben: Am Anfang reichen 15 Minuten – und länger als 45 Minuten hintereinander sollte niemand, der nicht für einen Marathon trainiert, sportlich laufen. Deine Knie und alle anderen Gelenke werden es Dir danken, denn diese sind bei Menschen mit HIV oft besonders anfällig für Überbelastungen und Entzündungen durch Sport.

Laufen bei HIV

Yoga ist eine nicht nur körperlich, sondern auch geistig und seelisch gute Sache. Denn hier trainierst Du nicht nur Muskeln, Sehnen und Gelenke auf schonende Art, sondern kommst auch zur Ruhe, Du lernst, richtig zu atmen und findest vor oder nach einem Arbeitstag Entspannung.

Als die vielleicht älteste Sportart der Welt eignet sich Yoga für jedermann in jedem Gesundheitszustand: Es gibt Hunderte Yogapositionen und ebenso viele verschiedene Yogaschulen, mit denen man jedem Alter und jedem sportlichen Level gerecht werden kann. Hat man es einmal gelernt, kann man Yoga ebenso gut alleine zu Hause machen, allerdings trägt auch hier eine Gruppe dazu bei, dass man regelmäßiger und erfolgreicher trainiert.

Yoga bei HIV

Aber klar. Earvin „Magic“ Johnson Jr. war einer der erfolgreichsten Basketball-Spieler in der Geschichte seines Sports, als er 1991 der Welt mitteilte, dass er HIV-positiv ist. Inzwischen ist der 58-Jährige eine Legende und einer der bekanntesten HIV-Aktivisten der Welt. Ballsportarten erhöhen Ausdauer und Koordinationsvermögen und stärken den Teamgeist.

Allerdings: Du solltest es auch hier nicht übertreiben oder Dich von anderen dazu anstacheln lassen, das zu tun. Knie und Sprunggelenke werden älter und sind gerade bei Menschen mit HIV weniger belastbar.

Teamsport bei HIV

HIV fördert bestimmte Formen von entzündlichen Gelenkbeschwerden und Arthritis. Auch das Muskelgewebe neigt häufiger zu Entzündungen. HIV-Medikamente hatten in der Vergangenheit außerdem negative Auswirkungen auf die Knochendichte von Patienten. Das musst Du beim Sport bedenken. Moderne Therapien haben diese Nebenwirkungen aber schon stark reduziert.

Trotzdem: Viele Menschen mit HIV sind immer noch anfälliger für Verletzungen an Muskeln, Sehnen oder Gelenken als durchschnittliche Sportler – gerade dann, wenn sie älter sind. Hier steigt auch das Osteoporose-Risiko stärker als bei Menschen ohne HIV.
Regelmäßige Checks beim Arzt geben Dir Gewissheit über Deinen Gesundheitszustand. Vorbeugende Maßnahmen können zudem helfen, wie Nahrungsergänzungsmittel gegen Osteoporose, z.B. spezielle Kalziumprodukte.

Hinweis: Sprich vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln immer mit Deinem Arzt, da einige Zusatzstoffe Wechselwirkungen mit Deinen Medikamenten haben können.

Binden von Schnürsenkeln

Features

HIV und Ernährung

Wenn Du Deinen Körper mit gesunder Ernährung gut versorgst, wird er es Dir danken. Hier liest Du, worauf es ankommt.

Frau joggt auf Brücke

HIV und Sport

Ein aktiver, sportlicher Lebenswandel ist auch für Menschen mit HIV wünschens- und empfehlenswert. Goldene Regel: nichts übertreiben!

Kleinfamilie beim Zeltern

HIV und Reisen

HIV einfach zu Hause lassen? Leider keine Option. Aber wir helfen Dir bei der Vorbereitung.

Wir verwenden Cookies, um Ihnen eine bessere Browsing-Erfahrung zu bieten, den Website-Verkehr zu analysieren und gezielte Werbung zu schalten. Informieren Sie sich hier wie wir Cookies verwenden und wie Sie dies  kontrollieren können.