Lässt mich HIV schneller altern?

Ohne Behandlung stresst HIV Dein Immunsystem, indem es dessen Zellen befällt und zerstört. Das Immunsystem versucht ständig, gegen das HI-Virus anzugehen. Das äußert sich in chronischen, HIV-bedingten Entzündungsreaktionen. Auch im regulären Alterungsprozess kommt es zu Entzündungsprozessen, die Gefäße schädigen und Organe altern lassen. Bei Menschen mit HIV scheinen Alterserkrankungen allerdings früher aufzutreten als bei Nicht-Infizierten. Die medikamentöse HIV-Therapie kann die Virus-bedingten Entzündungsprozesse im Körper eindämmen, sodass der Einfluss der Infektion gemindert wird.

Rauchen, Drogen, übermäßig viel Alkohol, eine ungesunde Ernährung und erhöhte Blutfettwerte sowie unbehandelte Koinfektionen haben ebenfalls einen Einfluss auf den Alterungsprozess.

Wenn Du regelmäßig bei Deinem Arzt zur Kontrolluntersuchung bist, wird er Dich auch auf andere Erkrankungen durchchecken. Wichtig ist die Krebsvorsorge, weil es Krebsarten gibt, die bei einer vorliegenden HIV-Infektion häufiger und in jüngerem Alter vorzukommen scheinen. Die Heilungschancen bei Krebs sind unter erfolgreicher HIV-Therapie nicht schlechter als in der Gesamtbevölkerung. Im Rahmen der Krebsfrüherkennung solltest Du auch mindestens einmal im Jahr zum Proktologen gehen, um Analkarzinomen vorzubeugen. Analkarzinome sind Krebserkrankungen, die durch sogenannte Humane Papilloma-Viren (HPV) im Enddarm und am Schließmuskel ausgelöst werden können. Diese Viren können auch Gebärmutterhalskrebs verursachen, weswegen der regelmäßige Besuch des Gynäkologen für Frauen mit HIV wichtig ist.

Das HI-Virus und auch die medikamentöse Therapie können Einfluss auf Deine Knochendichte und daraus folgend auf die Stabilität Deines Skeletts haben. Kommt es zu übermäßigem Abbau der Knochensubstanz, spricht man von Osteoporose. Ausreichend Bewegung, Vitamin D, das in der Haut durch Sonnenlichtbestrahlung gebildet wird, und eine calciumreiche Ernährung können dem Knochenabbau entgegenwirken.

Bleibt eine HIV-Infektion unbehandelt und ist die Zahl der Viren im Blut hoch, können auf Dauer auch Zellen im Gehirn angegriffen werden. Es können u.a. Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen auftreten. Das zentrale Nervensystem kann allerdings durch eine erfolgreiche medikamentöse Therapie vor Schäden geschützt werden. Dein Arzt hilft Dir, die für Dich passende Therapieform zu finden. Grundsätzlich lässt sich die Hirnleistung durch regelmäßige geistige Beanspruchung und ausreichende soziale Kontakte unterstützen. Bleibe neugierig auf das Leben und was es zu bieten hat. Heute und später, wenn Du alt bist.

Features

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