Menschen mit HIV & die Sportart Freeletics

Auf vielen Handys ist Freeletics mittlerweile die beliebteste Fitness-App. Ob es auch für Dich geeignet ist, musst Du selbst herausfinden. Wir würden keine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen, da die Belastung mit dem High-Intensity-Training einfach sehr hoch ist und gewisse Risiken mit sich bringt.

Die Sportart Freeletics ist der neueste Stern am Trendsporthimmel und verspricht viel: Durch intensives Training sollst Du in fünfzehn Wochen zu Deinem Traumkörper kommen, und das so gut wie ohne Geräte und auch ohne Fitnessstudio. Das Trainingsprogramm besteht aus fordernden und dynamischen Ganzkörperübungen, zu denen man nicht viel Platz oder Geräte braucht – nur die Bereitschaft, sich zu schinden.

Denn: Bei Freeletics, das ähnlich wie Crossfit wirkt, macht es nicht die Trainingsdauer, die liegt bei maximal 45 Minuten, sondern die Trainingsintensität. Der Trendsport, ist ein sogenanntes Hoch-Intensitäts-Training (HIT), das aus vielen klassischen Trainingselementen aufgebaut ist.

Das Motto hier lautet: „Bis es wehtut“, es wird trainiert, bis nichts mehr geht. Und das mehrmals pro Woche.

Die Gefahr des Trainings, aus unserer Sicht: Leistungsgrenzen werden aus überzogenem Anspruchsdenken an sich selbst ignoriert. Damit tust Du Deiner Gesundheit, Deinen Muskeln und Deinen Gelenken nichts Gutes.

Menschen mit HIV können heutzutage alles machen. Auch Freeletics. Allerdings nicht alle: Das Durchschnittsalter von Menschen mit HIV, liegt in Deutschland jenseits der 40. Für jüngere Menschen mit HIV ist Freeletics etwas, das sie mal probieren können, wie für viele andere junge Fitness-Enthusiasten in städtischer Umgebung auch. Empfehlen wollen wir das an dieser Stelle allerdings nicht. Und wenn Du es ausprobieren willst, solltest Du dabei unbedingt auf Deine Gelenke, Muskeln und Sehnen achten.

Das Prinzip von Freeletics ist es, die eigenen Muskeln an die Grenzen ihrer Leistung zu bringen. Also so lange zu machen, bis man wirklich nicht mehr kann..

Weil die Regenerationsphasen von HIV-Positiven oft länger sind, Freeletics aber regelmäßiges Grenzüberschreiten verlangt, überschätzt man sich schnell und belastet sich noch zusätzlich. Knackpunkt: Trainer gibt es nicht. Freeletics macht man allein oder in einer Gruppe mit anderen, nach dem Anschauen von Trainingsvideos.

Auch Fitness- und Ernährungsberater Patrick Thomalla rät von HITs ohne Trainerkontrolle eher ab: „Durch die Überbeanspruchung der Muskeln kommt es schnell zu Übersäuerungen, die dann wieder andere Organe belasten. Ich finde es wichtig, sich bei Trainingsplänen auf jeden meiner Kunden individuell einzustellen und Trainingsziele und Belastungen genau auf sie abzustimmen. Das schafft man mit einer App aber nicht.“

FAZIT: Wer will, kann Freeletics mal ausprobieren, für die meisten Menschen mit HIV gibt es aber bessere Sportarten als solche HITs.

Features

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