HIV-Prävention bedeutet nicht Verzicht, sondern Schutz

Gesundheit ist ein hohes Gut. Sie bestmöglich für sich und auch für andere zu erhalten, liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen. Das gilt auch für den Schutz vor HIV. Das Robert Koch-Institut meldete für das Jahr 2017 etwa 2.600 HIV-Neuinfektionen in Deutschland*. Die Zahlen zeigen: Um Menschen vor einer HIV-Infektion zu schützen und um HIV langfristig zu stoppen ist Pävention unerlässlich.

Die gute Nachricht dabei ist: Prävention bedeutet nicht Verzicht – nicht auf Liebe, nicht auf Sex, nicht auf Spaß. Vielmehr geht es darum, eine Risikosituation für eine HIV-Übertragung zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung zu ergreifen. Das gilt übrigens für alle Beteiligten – egal ob HIV-positiv oder -negativ.

Hier eine Übersicht von Risikosituationen für eine HIV-Infektion und empfohlenen Schutzmaßnahmen:

Sexueller Kontakt (Analverkehr, Vaginal- und Oralverkehr)

  • Kondome, Femidome und Lecktücher
  • Schutz durch wirksame HIV-Therapie des HIV-positiven Partners, d. h. dessen Viruslast ist unter der Nachweisgrenze (wird auch als „Treatment as Prevention“ bzw. TasP bezeichnet)
  • Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP), Schutz durch HIV-Medikamente in Kombination mit anderen Schutzmaßnahmen für den HIV-negativen Partner

Intravenöser Drogenkonsum

  • Drogenbesteck nicht teilen/sauberes Drogenbesteck (z. B. über Hilfsprogramme)
  • Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP), Schutz durch HIV-Medikamente

HIV-Übertragung in der Schwangerschaft (auf das Kind):

  • Schutz durch erfolgreiche HIV-Therapie der Mutter, d. h. Viruslast unter der Nachweisgrenze („Treatment as Prevention“, TasP)

HIV-Übertragung durch Blut

  • Verwendung von Latexhandschuhen, z. B. als Ersthelfer
  • Zur Info: Eine HIV-Übertragung durch Blutprodukte ist in Deutschland aufgrund strenger Richtlinien nahezu unmöglich.

HIV-Übertragung in Risikoberufen (z. B. im Gesundheitswesen)

  • Einhalten der bestehenden Hygienevorschriften

Der häufigste Übertragungsweg für eine HIV-Infektion ist der Geschlechtsverkehr. Dies gilt für Analverkehr sowie für Vaginal- und Oralverkehr. Ein offenes Gespräch mit dem Partner/der Partnerin kann hier für mehr Sicherheit und Vertrauen sorgen. Grundsätzlich bleibt die Wahl der Präventionsmaßnahme jedoch eine persönliche Entscheidung.

Wichtig ist: Wer HIV-Risikosituationen wie diesen ausgesetzt ist, sollte mit einem auf HIV spezialisierten Arzt über die bestmögliche Prävention sprechen. Für eine PrEP muss ein Arzt eingebunden werden, da die Medikamente verschreibungspflichtig sind und nur unter ärztlicher Betreuung eingenommen werden dürfen. Ist der Partner HIV positiv und ist der Schutz durch dessen wirksame HIV-Therapie eine Option (TasP, Treament as Prevention), sollte unbedingt der behandelnde Arzt in die Entscheidung für diese Präventionsmaßnahme eingebunden werden. Dieser überprüft regelmäßig die Viruslast im Blut seines Patienten und kann so sicherstellen, dass diese unter der Nachweisgrenze liegt.

*Quelle: HIV/AIDS in Deutschland – Änderung der Eckdaten der Schätzung, Epidemiologische Kurzinformation des Robert Koch-Instituts Stand: Ende 2017, korrigierte Fassung vom 14.02.2019

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